Farbig, skurril, originell:      Kunst vom Souk


Aziz Baki:

Fundstücke aus Holz verwandeln sich zu wundersamen Fabelwesen

Aziz Baki, Souk-Künstler aus Essaouira, mit einer seiner Skulpturen
Aziz Baki, Souk-Künstler aus Essaouira, mit einer seiner Skulpturen

Aziz Baki, allseits als "Baki" bekannt, hat seine Räume auf dem Souk. Baki macht einerseits Auftrags-Arbeiten für Kunden, meist in Essaouira ansässige Europäer.  Er bemalt Möbel in einer Weise, die vom traditionellen Stil seiner marokkanischen Heimat beeinflusst ist und durchaus ein wenig an "Bauernmalerei" erinnert. Baki schafft aber auch eigenständig Bilder und vor allem Skulpturen, die oft aus einer Welt der Fabelwesen zu stammen scheinen. Früher arbeitete er hauptsächlich mit Holz. In jüngerer Zeit hat er Metall als Material entdeckt. "A la campagne", wo er noch eine Werkstatt hat, schmilzt Baki diese Metallmischung und gießt sie nach eigenen Plänen in Form.  So entstanden ist zum Beispiel der prächtige Drache, der mehrmals ausgestellt war. Baki hat schon an vielen Ausstellungen teilgenommen, so auch 2012 in La Rochelle, der französischen Partnerstadt Essaouiras, und in Paris. 

 

 


Azeddine Nassik:

Woher, zum Teufel, kommen ihm         diese Ideen, diese Bilder?

Sonne - ein Gemälde von Azeddine
Sonne - ein Gemälde von Azeddine





In seinem ganz besonderen Atelier treffen wir Azeddine Nassik, einen der Künstler vom Souk de férailles, dem "Schrott-Markt".  Hier, unter sehr einfachen Bedingungen, schaffen die Künstler oft erstaunliche Werke, schön wild und manchmal auch beunruhigend.

Was Azeddine angeht: Er kann seine Affinität zu den Gnaoua nicht verleugnen,  diesen Menschen, die sich zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren bewegen. Azeddine - ist er nicht selbst von den Dämonen, den "Djinns", vielleicht vom Teufel persönlich heimgesucht? Kann sein, aber er hat seine eigene Art, die Geister zu bannen: Er malt sie, er stellt sie dar...

Azeddine in seinem Atelier
Azeddine in seinem Atelier

El Hadar El Mustafa:

Mixtur aus Ironie, Phantasie und      etwas Melancholie

El Hadar El Mustafa, Künstler vom Schrott-Markt
El Hadar El Mustafa, Künstler vom Schrott-Markt

Seiner Gitarre hat er ein lächelndes Gesicht gemalt. Aber das Leben als Künstler vom Schrott-Markt, das ist nicht immer zum Lächeln.  El Hadar El Mustafa wirkt ein wenig melancholisch. Sein Atelier befindet sich neben dem von Azeddine, und wie dieser schafft  El Hadar merkwürdige und überraschende Dinge. 

In Gegenständen, die er irgendwo gefunden hat, Dingen, die Andere weg geworfen haben, entdeckt El Hadar schlafende Potentiale, die es zu erwecken gilt. So verwandeln sich zum Beispiel Bruckstücke ausrangierter Apparate zu einem phantastischen "Roboter". Oder etwas so Banales wie eine ausgediente Klobrille lacht einen plötzlich mit verschmitztem Clownsgesicht an...


Asmahmu:

Sein Atelier strahlt eine eigene               Art von Magie aus

Asmahmu mit einem seiner Bilder
Asmahmu mit einem seiner Bilder

Auch Asmahmu (Asmah Mustafa) hat seine Werkstatt auf dem Sonntags-Souk. Als wir ihn besuchen, repariert er gerade sein Motorrad. Vom Künstler zum Mechaniker, warum nicht, um zu überleben, braucht es oft viele Fertigkeiten. Auch Asmahmus sehr farbenfrohe Gemälde und Skulpturen stehen in der Tradition der "art brut", die so typisch für die Künstler Essaouiras ist. Asmahmu hat neuerdings noch ein neues Genre für sich entdeckt: Er fertigt Zeichnungen mit Kugelschreiber.

Sein Atelier hat eine ganz besondere Atmosphäre: Pflanzen und merkwürdige Stillleben, zum Beispiel aus ausrangierten Schaufensterpuppen, bilden  malerische Gemeinschaften, die auf ihre Weise etwas Magisches haben.