Ein Laden voller Musik

Kommen Sie, treten Sie ein in die       Welt der tausend Töne

Abdelhadi Boufti spielt die "Crotales", eine Art Kastagnetten.
Abdelhadi Boufti spielt die "Crotales", eine Art Kastagnetten.

 

 

 

 

Hören Sie gut hin, schließen Sie die Augen, öffnen Sie die Ohren und bleiben Sie ganz ruhig...! Ich weiß, das ist nicht einfch, aber ich bin sicher, dass es Ihnen mit etwas Geduld gelingen wird. Und dann, auf einmal, werden Sie sanft in die Welt der Töne getragen.  In die Welt von tausend und einem Ton.   Diese Welt  scheint auf den ersten Blick winzig, sechs Quadratmeter groß vielleicht, aber zugleich ist sie unermesslich groß.  

Was ich meine, ist der Laden von Abdelhadi Boufti und den Brüdern  Friha, in deer Straße Fachetali N° 24 in der Medina.  Die Wände sind voll gehängt mit Musikinstrumenten aller Art..

Mohammed Friha mit einer Laute.
Mohammed Friha mit einer Laute.

Hier findet man zum Beispiel das "Guenbri", ein wichtiges Saiten-Instrument der Gnaoua. In Handarbeit hergestellt, wie alle traditionellen Instrumente, besteht das Guembri normalerweise aus Holz und Ziegenhaut, oft ist es noch mit Malereien verziert.   Weiter gibt es die Laute oder  "Lothar", in verschiedenen Größen; die kleinste wird "Suissi" genannt. Da ist das "Daf", ein Holzrahmen, der mit Ziegenhaut bespannt ist. Das Daf diente früher den öffentlichen Erzählern, den "conteurs publics", dazu, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu erregen. 

Verschiedene Trommeln und Schlaginstrumente sind zu sehen, darunter die "Darbouca", die einen Körper aus Keramik hat. Ferner eine Flöte namens "Rayeta"; das "R'bab", ein Saiteninstrument, oft bemalt und mit Holzverzierungen. Und schließlich die "Crotales" ("Klapperschlangen"), eine Art Kastagnetten. 

Mustapha - Multitalent, Musiker und Geschichtenerzähler

Moustapha Friha, ein waschechter "Souiri" (aus Essaouira), ist ein wahres Multitalent: Tischler, Kräuterkenner,  Musiker, aber darüber hinaus ist er auch noch eine Fundgrube an Geschichten und Anekdoten. Man könnte ihn mit den traditionellen öffentlichen Geschichtenerzählern vergleichen, von denen es heute nicht mehr viele in Marokko gibt.  Nicht nur, dass er praktisch Gott und die Welt kennt und über alles Bescheid weiß, was in seiner Stadt sich tut, versteht er sich auch noch darauf, spannend und anschaulich zu erzählen.  Und wenn er das Guembri in den Händen hält und ein altes Gnaoua-Lied singt, vergisst man für Momente das moderne Leben mit all seinen Zwängen.

Mustapha Friha (links)  und Abdelhadi Boufti vor ihrem Laden in der Straße  Fachtetali N° 24.
Mustapha Friha (links) und Abdelhadi Boufti vor ihrem Laden in der Straße Fachtetali N° 24.