Slat Lkahal - die Synagoge des Volkes, der gesamten Gemeinde

Die Bilder oben zeigen die Synagoge in einem frühen Stadium der Renovierung. Inzwischen, 2016, sind die Arbeiten weiter fortgeschritten. Im Folgenden zeigen wir einige neuere Fotos.

Was lange vergessen war, kehrt allmählich zurück

Symbolischer Akt? Das kleine Mädchen reinigt eine der Säulen im Gebetssaal von Slat Lkahal, der Synagoge, die zurzeit renoviert wird.
Symbolischer Akt? Das kleine Mädchen reinigt eine der Säulen im Gebetssaal von Slat Lkahal, der Synagoge, die zurzeit renoviert wird.

Das kleine französische Mädchen auf dem Foto besuchte mit seiner Mutter die Synagoge  Slat Lkahal in der alten Mellah, dem Viertel, in dem eine große Anzahl der Juden von Essaouira-Mogador lebte.  Die Kleine begann sofort damit, einen der Pfeiler im Gebetssaal mit einem Besen zu reinigen.   Vielleicht ein symbolischer Akt, der gewissermaßen ein ehrgeiziges Projekt wieder spiegelt: die Synagoge vom Staub des Vergessen seins zu befreien. Denn  Haim Bitton, der in Essaouira-Mogador geboren und 1964 nach Israel auswanderte, ist, nachdem er in Rente gegangen war, in seine Geburtsstadt zurück gekehrt, um die Synagoge seiner Kindheit zu renovieren.

Seit inzwischen mehr als vier Jahren ist Bitton dabei, mit einem bescheidenen Budget und viel Engangement, sein Projekt voran zu treiben.

 

 

Erinnerungen aus der Kindheit

Haim Bitton, mit einer Zeichnung, die einst die Synagoge zierte.
Haim Bitton, mit einer Zeichnung, die einst die Synagoge zierte.

Man glaubt, alles hinter sich lassen zu können, aber eines Tages  nimmt die Vergangenheit wieder Besitz von einem und lässt einen nicht mehr los. Das war vielleicht auch der Fall bei Haim Bitton,   diesem in Essaouira geborenen Juden.

Nach dem schrecklichen zweiten Weltkrieg, in dem mehr als sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder jüdischer Herkunft Opfer des verbrecherischen Nazi-Regmines geworden waren, hatten Bitton und seine Familie überlebt.  Auch in Marokko und anderen maghrebinischen Ländern waren die Juden in Gefahr, unter anderem durch die französische Regierung unter Pétain, die mit den Nazis in Deutschland kooperierte.  

Zuerst wurde das Dach erneuert

Tout d'abord, il fallait refaire le toit du bâtiment.
Tout d'abord, il fallait refaire le toit du bâtiment.

Auf seiner zweisprachigen (französisch und englisch) Webseite "www.asl-mogador.net" beschreibt Heim Bitton sein Projekt, die Synagoge Slat Lkahal zu renovieren. Begonnen hat er damit 2011:

"Auf technischer Seite:

- Wir haben die Erlaubnis zur Restaurierung erhalten

- Um im Rahmen unserer finanziellen Verpflichtung und um das Gebäude wasserdicht zu machen, musste zuerst das Dach des Gebetssaals erneuert werden: Originalgetreue Holzdecke und wasserdichte Betonschicht.

In finanzieller Hinsicht:

- Diese erste Bauphase konnte dank der Spenden in Höhe von 920.000 Dirham (ca. 80.600 Euro) die uns zugedacht wurden, verwirklicht werden.

Auch wenn diese Anfänge vielversprechend sind, müssen wir weiterhin Anstrengungen unternehmen, um die notwendigen Mittel zur Restaurierung der Mauern, der Holzarbeiten, der Elektro- und Wasser-Installationen."

www.asl-mogador.net