In ihrem Herzen ist  Régine Knafo       eine Mogadorienne geblieben

Régine Knafo rend visite à Haim Bitton, le restaurateur de la synagogue Slat Lkahal à Essaouira-Mogador.
Haim Bitton und Régine Knafo in der Synagogue Slat Lkahal.

Im August und September 2014 sowie im Juli 2015 war sie wieder einmal in ihrer geliebten Heimatstadt Mogador: Régine Knafo, Pariserin seit den 60er Jahren, ist im Herzen immer "Mogadorienne" geblieben. Jedes Mal, wenn sie herkommt, bringt sie eine beträchtliche Geldsumme mit, die sie bei Freunden und in der Familie gesammelt hat. Die Spende ist für die Synagogue Slat Lkahal in der Mellah von Essaouira bestimmt.  Haim Bitton, der unermüdliche Restaurator des ehemaligen Gotteshauses, ist dankbar für die dringend notwendigen Geldmittel. Er und Régine, die beiden alten "Mogadori", sind im Laufe der Zeit Freunde geworden.

Allerdings ist noch viel zu tun, bis die Synagoge wieder in ihrem ursprünglichen Zustand sein wird.

Neuere Fotos zeigen es: Die Arbeiten in der Synagoge gehen voran


Régine schreibt ein Buch über ihre "goldene Kindheit" in Mogador

Régine Knafo in der Synagogue Slat Lkahal von Essaouira-Mogador.
Régine Knafo in der Synagogue Slat Lkahal von Essaouira-Mogador.

Für Règine Knafo ist jeder Besuch in Mogador eine Reise in die Vergangenheit. "Ich hatte eine goldene Kindheit", sagt sie. Sie erinnert sich an so viele Ereignisse, kleine und große, jüdische Feiertage, die Sommerferien am Strand, die Lieder, die man sang, die Geschichten, die erzählt wurden. Die Tochter aus einer gutbürgerlichen jüdischen Familie - sie hatte zwölf Geschwister -  kennt noch jedes Haus der alten Kasbah, wo sie aufgewachsen ist. Da ist zum Beispiel diese Konditorei, wo sich früher die Buchhandlung ihres Vaters, Salomon Hai Knafo, befand. Oder  jener Riad, der ehemals das Schneider-Atelier ihrer Mutter Esther beherbergte. Régine, deren von ihr sehr verehrter Großvater David Knafo der Großrabbiner der Stadt war, hat sich entschlossen, aus ihren Erinnerungen ein Buch zu machen. Während ihres jüngsten Aufenthaltes schrieb sie unermüdlich Kapitel um Kapitel, und beim Schreiben kamen die Erinnerungen. Wenn ihr Buch gedruckt ist, werden wir es gewiss auf dieser Internetseite vorstellen.


Besuch auf dem israelischen Friedhof

Régine Knafo vergisst nie,wenn sie in Mogador ist, die beiden jüdischen Friedhöfe zu besuchen. Diese liegen nahe beim Stadttor Bab Doukkala, im Nordwesten der Stadt. Der alte Friedhof von 1769 befindet sich unmittelbar am Meer; der neue, 1874, gegründet, liegt auf der anderen Seite der Avenue Moulay Hicham.

Niemand weiß, wie viele jüdische Bewohner der Stadt im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Viele Gräber auf dem alten Friedhof sind unter Dünensand verschwunden, die Inschriften der anderen sind verwittert.

Auch auf dem neuen Friedhof gilt es, gegen die Zeit anzukämpfen, den Wind, den Sand und die Feuchtigkeit. Régines Bruder Asher Knafo, der in Israel lebt, ist dabei, ein Buch über den Friedhof und seine Gräber zu schreiben, um die Namen und ihre Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren.