Türen, Durchgänge, Öffnungen

Türen, Tore, Fenster sind nicht nur Objekte der Handwerkskunst (oder der Massenfabrikation), aus Holz, Stahl, Kupfer oder sonstigen Materialien, die uns vor Wind und Wetter und ungebetenen Eindringlingen schützen sollen, sondern sie haben darüber hinaus eine symbolische Bedeutung. Sie verbinden und trennen gleichzeitig das Innen und das Außen, man könnte sagen, sie vereinigen zwei Pole ins sich, die man normalerweise als entgegengesetzt empfindet. Denn je nachdem, ob man sich innen oder außen befindet, diesseits oder jenseits des Tores, hat man eine völlig andere Perspektive dessen, was vor oder hinter einem liegt. Wobei das "vor" zum "hinter" werden kann, oder umgekehrt.

Doch angenommen, man steigt auf einen hohen Berg, von dem aus man das Ganze von oben sieht, oder man überfliegt den betreffenden Ort, anders gesagt: man begibt sich auf eine höhere Ebene, gewinnt man schnell ein anderes Bild. Man erkennt, dass außen und innen lediglich zwei Seiten einer Medaille sind. 

Noch besser könnte man dies am Beispiel eines Zaunes sehen. Nicht von ungefähr kommt das Wort "Hexe" vom altdeutschen "Hagazussa", was so viel wie "Zaunreiterin" bedeutet. Das heißt, eine, die zwischen den Ebenen ist, die Grenzen überschreitet.  

Was ich mit dem Ganzen sagen will? Hexen, Zauberer, Magierinnen, Schamanen, Astrologen, Kartenlegerinnen, Kabbalisten, Rosenkreuzer, Freimaurer und viele andere versuchen im Grunde nicht anderes, als Grenzen zu überschreiten, einen Blick von innen nach außen oder umgekehrt, von oben nach unten und unten nach oben zu werfen, um ein bisschen mehr vom Geheimnis des Lebens zu verstehen.

 

Tarot - ein Tor zum Verständnis

tieferer Zusammenhänge

Was hat das alles jetzt mit dem Tarot zu tun? Ganz einfach, der Tarot ist ein Tor zum Verständnis tieferer Zusammenhänge. Was ist Tarot eigentlich? Akron und Hajo Banzhaf beschreiben es in ihrem Buch: "Der Crowley-Tarot" folgendermaßen: "Tarot ist ein aus alter Zeit überliefertes Kartenspiel, das neben seinem hohen spirituellen Aussagewert wohl immer schon einen weitverbreiteten Gebrauch als Orakelspiel fand. Die spirituelle Seite hatte für jene Kreise eine hohe Bedeutung, die in Mysterienschulen, Logen und sonstigen Geheimbünden zusammenkamen, um alte Symbole und Traditionen zu studieren. Sie fanden in diesen Karten die Grundstruktur des mystischen Einweihungsweges aufgezeichnet. Der vergleichsweise 'profane' Gebrauch als Orakel für Fragen des Alltags  war dagegen das Motiv für das breite Interesse, das die Karten damals wie heute fanden und finden."

Akron/Hajo Banzhaf, Der Crowley-Tarot - Das Handbuch zu den Karten von Aleister Crowley und Lady Frieda Harris, Kailash, ISBN 3-88034-671-2. 

Man bleibt immer Schüler/in

Im Folgenden möchte ich die Leser/innen einladen, mit mir gemeinsam die Welt des Tarot zu erkunden. Ich beschäftige mich zwar schon seit mindestens 30 Jahren mit dem Tarot, doch, und da gehe ich konform mit den meisten, die einmal damit begonnen haben, ein einziges Leben reicht vermutlich nicht aus, die Komplexität dieses Weisheits-Systems zu entschlüsseln. Man bleibt immer Schüler/in; je mehr man fortschreitet im Wissen, umso mehr erkennt man auch, dass dahinter noch weitere und immer weitere Gebirge von unerkanntem Wissen warten.

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