Schmuck der Berber und Tuareg

Die "Fibule Berbère" in der Medina von Essaouira


In der Laaterine-Straße, die die Avenue L'Istiqlal mit der Sidi-Mohamed-Ben-Abdella-Straße verbindet, im Zentrum der Altstadt von Essaouira, lädt die "Fibule Berbère", die "Berber-Fibel", zum Schauen, Staunen und Stöbern ein.  Die Besucher finden sich unvermittelt in einer Schatzkammer wieder, die von der reichen Kultur der Berber und Tuareg zeugt. 

Der Besitzer,  M. Abdellah, ist selbst Berber, stammt aus dem Hohen Atlas.   1998 hat er sein Geschäft hier eröffnet, nachdem er einige Jahre "die Märkte gemacht hat", wie er sagt. 

M. Abdellah kennt die Geschichte jedes seiner zahlreichen Stücke, die die Regale und Schaufenster füllen. Seine Ware kauft er auf seinen Reisen in die verschiedenen Berber- und Tuareg-Regionen; dabei kommt er schon mal bis Mali. Im Laufe der Jahre hat sich der blonde, blauäugige Berber einen Stamm von Handwerkern und Händlern seines Vertrauens geschaffen.


Siehe auch Webseite: www.fibuleberbere-essaouira.com

 

Vielfalt der Stile und Techniken

Zwei Fibeln, Gewand-Spangen, in Dreiecksform.
Zwei Fibeln, Gewand-Spangen, in Dreiecksform.

Beeindruckend ist die große Vielfalt der Stile und Techniken  Wie Tatiana Benfoughal in dem Buch "Berbères de rives en rêves" in ihrem Beitrag "Schmuck des Maghreb: Erbe der Berber"  schreibt, ist die Fibel unverzichtbarer Bestandteil der Garderobe, sowohl als Gebrauchsgegenstand als auch als Schmuckstück. Diese Gewandspange findet sich in allen von Berbern besiedelten Regionen nicht nur Marokkos, sondern auch Algeriens und Tunesiens. Merkmal des traditionellen Frauengewandes: Es wird nicht geknöpft, sondern drapiert und von einer Fibel unterhalb der Schultern befestigt.   "Die regionalen Besonderheiten beziehen sich vor allem auf die Art, wie die dekorative Oberfläche gestaltet ist, an der die Spange befestigt ist. Es gibt große und kleine, runde, ovale oder dreieckige, kompakt oder durchbrochen, mit eingravierten oder filigranen Mustern."

Neben den Fibeln gibt es eine Vielzahl anderer Schmuckstücke: Kopfschmuck, Halsketten, Ohrringe, Ringe, Armbänder, Diademe. Vor allem anlässlich von Festen hat sich die Berberfrau mit allem geschmückt, was ihre Schmucktruhe hergibt (zum Teil tut sie es auch noch heute). 

Hauptmaterial ist Silber, aber auch natürliche Materialien wie Gewürznelken, Hundezähne oder Gazellenhorn finden Verwendung.  Ebenso existiert eine Vielzahl von Techniken der Fertigung, etwa Emaille, Granulation oder filigrane Motive.

Wer sich für Berber-Kultur interessiert, dem sei ein Besuch im neuen Berber-Museum im Jardin Majorelle in Marrakesch empfohlen. 

www.jardinmajorelle.com

Tel. La Fibule Berbère: 0(212)5.24.47.62.55